Auf Tuchfühlung

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Hier gehen wir auf Tuchfühlung: Ziemlich neugierig waren all die Models in der kleinen Galerie hier unten. Das Covermodell drehte sich nach dem Foto desinteressiert weg, aber die Hühner unten hatten es mit dem Schnabel regelrecht auf meine Linse abgesehen!

Die meisten Bilder wurden mit dem Handy geschossen, und die Technologie hat mich wirklich beeindruckt! Für solche Nähe hatte das kleine Format wirklich große Vorteile, weil ich es einfach zwischen Gitterstäben durchstecken konnte. Und beim Handy kam es auf ein bisschen Dreck hier und da, einen kleinen Kratzer mehr oder weniger nicht unbedingt an – anders als bei der professionellen Ausrüstung (so mancher Handy-Liebhaber mag mir da natürlich widersprechen…).

Was haben die posierenden Superstars hier unten alle gemeinsam? Richtig: Früher oder später landen sie und ihre Artgenossen auf unseren Tellern. Fleisch und tierische Produkte sind weit verbreitet als Nahrungsmittel, als Inneneinrichtung und als Zusatzstoffe in diversen Alltagsgegenständen (z.B. Zahnpasta, Waschmittel, Fotopapier). Oft schmecken sie ja auch gut, sind besonders schön, nützlich oder einfach unbekannterweise enthalten!

Gerade deshalb finde ich, es lohnt sich, solche Tiere besser kennenzulernen: Was machen Schweine eigentlich den ganzen Tag? Was fressen Hühner alles? Warum ist es so wichtig, dass Kühe raus auf die Weide kommen?

Manchmal wird man bei der Recherche dann auf Dinge stoßen, die einem nicht so gefallen, oder mit denen man sich ungern auseinander setzen wollte. Besonders im Schweinestall kann der ziemlich starke Geruch sicherlich dazu zählen… Doch viel erschreckender kann es sein, wenn einem die Lebensbedingungen vieler kommerziell gezüchteten Tiere direkt vor Augen geführt werden. Schweine stehen oft ihr Leben lang auf entzündeten Pfoten eng eingepfercht im eigenen Dreck; die meisten Hühner fressen nur das, was sie besonders schnell besonders dick macht; und viele Kühe gehen niemals raus auf die Weise.

Die Süßen hier unten schienen alle gesund, fit (das Schwein war vielleicht nicht besonders fit…) und ganz zufrieden. Besonders das Kalb in braun fühlte sich im warmen Sonnenschein Costa Ricas ziemlich wohl!

Wer das Glück hatte, Tiere in artgerechter, persönlicher Haltung zu sehen, wird sich beim nächsten Einkauf wahrscheinlich bewusster für oder gegen massengehaltene Produkte entscheiden. Zumindest ging es mir so! Ich esse gerne Fleisch und finde gerne heraus, wie mein Steak den Tag verbrachte, als es noch Teil eines Lebewesens war.

Oft klappt das nicht, besonders bei Produkten, die nicht offensichtlich tierische Produkte enthalten. Aber manchmal ist die bewusste Kaufentscheidung, und auch die artgerechte Tierhaltung gar nicht so weit von einem entfernt, wie man denkt. Viele Marktverkäufer zum Beispiel freuen sich sehr, wenn man sich als Kunde für den Ursprung der Ware interessiert.

Was aus der Information gemacht wird, bleibt dann jedem selbst überlassen. Ich zum Beispiel hab kein schlechtes Gewissen, mein Steak zu essen, wenn es vorher glücklich Gras von der Weide knabberte. Wenn ich nichts herausbekommen kann, oder das, was ich erfahre, mir nicht gefällt, esse ich dann vielleicht doch lieber vegetarisch.

Ich freue mich auf eure Nachrichten hier oder auf Facebook, wenn ihr mehr von dieser Fotoserie sehen wollt. Gerne spreche ich auch mit euch über Tiere, Einkaufen oder Essen, und empfehle euch meinen Fleischhändler des Vertrauens 😉

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